36. Bericht des Hanns von Starhenberg an König Ferdinand über die Verhandlungen der österreichischen Botschaft mit den böhmischen Ständen wegen der Königswahl und über den Verlauf der letzteren.

dd. Anfangs November 1526. Gleichzeitige Copie im kön. Statsarchiv zu München 50/3 fol. 136.

Durchleuchtigister, grossmechtigister Kunig, genedigister Herr. Auf Eur Kuniglich Maiestat Befelch sind der Herr von Polheim, Rabenhaupt und ich zu Linz ausgezogen Mitwoch den sechsundzwainzigsten Tag Septembris und also den ersten Tag Octobris gein Prag klimmen, des dritten Tag darnach haben uns die Ambtleut, Herrn, Adi und Landleut der löblichen Landtafel durch etlich aus inen in unser Herberg besuchen und empfahen lassen. Der Herr Landsmarschalk ist den vierten Tag vorgemelts Monat nach uns ankummen und Herr Johann Maracksy ist vor uns ein Tag alda gewest, und dass er nit an zeitlicher ankummen ist Ursach, dass er sich zuvor zu Neuhaus, nachfolgund zum Taber, so ein Stadt, alda ein Versamblung etlicher treflicher Landleut der Cron Beheim gewest, bei solchen sich aufgehalten und mit inen Eur Kun. Mt. zu gut mit Fleiss gehandlet und dardurch verhindert worden.

Eur Kun. Mt. tragen gut Wissen, dass dieselb mich Hansen Herrn von Starhenberg sambt dem edeln Sigmunden Jagenreytter zu Herrn Jan von Rosenberg und dein beheimischen Kanzler, dem Herrn vom Neuhaus, zuvor heschickt. Alda haben wir von dem Herrn von Rosenberg Erwiderung empfangen, dass der Landtag in Beheim des Freitag, so der achtundzwainzigist Septembris, zu Prag angehen und gehalten soll werden, wie dann Eur Kun. Mt. durch uns Bericht empfangen, so sind aber derselben Tags die Recht zu halten furgenommen worden und der recht Landtag erst des Montag des achten Octobris sich angefangen und also wir umb etlich Tag zu frue ankumen.

Eur Kun. Mt. wellen aber solcher fruer Ankunft, dass etwo solich Zeit ein merer Kost darumben geloffen, kein Beschwer tragen, dann wir achten, dass es Gott der Sach zu gut also geordnet, dann wir in irritier Zeit villerlei erfahren auch erlernet und dester fruchtparer und statlicher das, so der Sachen dinstlich zu handeln wissen, und viel geschwinder Practik, so Eur Kun. Mt. zuwider gewebt, ausgestellt, auch mit den Personen, so zuvor durch Herrn Jan Maraksy auf Eur Kun. Mt. Credenz und Befelch mit gehandelt worden, durch uns sambt andern auch besucht und von wegen Eur Kun. Mt. nach pestem Fleiss das, so der Sachen dinstlich, Anzeig gethan, als nemblich bei Herrn Leben von Rosenthal als obristen Burggrafen, bei Herzogen Karl von Munsterberg, bei dem Herrn von Schellenburg, Landskämerer, bei dem Landrichter, so ein Herr bei der Leib, auch bei Herrn Waittich von Bernstein, bei Herrn Khainrad von Kreig, bei dem Herrn von Warttenberg, bei Herrn Christof und Jan von Swanberg Gebrudern, bei Herrn Sebastian von der Weitmul und auch bei Herrn Hansen Pflug sambt seinen Brüdern, bei Herrn Albrechten Schligkhen und Herrn Heinrichen sambt sein Brüdern und Vettern, bei Herrn Albrecht von Guetenstein, auch Herrn Gorg von Stemberg, bei dem Landschreiber und bei Herrn Apel Vitzthumb, auch mit der Stadt Prag und andern Stetten, dann bei dem Herrn von Neuhaus, behemischen Kanzler, ist nit sonders zu handlen von Nötten gewest, dann er Eur Kun. Mt. Part sich sehr gut erzeigt und bewiesen, und Sach Eur Kun. Mt. zu guet, wie dann Eur Kun. Mt. des vorhin an Zweifel gut wissen tragen, auch sambt etlichen andern und den mehrern der Anzahl hie vorbemelt woll befundert.

Vor uns noch ist ankumen gewest ein Edlman des Namen Stachi, so ein geborner Beheim und Herzog Wilhelm zu Bairen Diener etlich Jar gewest und nach unsers Berichts durch beid Fürsten dahin verordnet. Bald über etlich Tag nach uns ist Herzog Ludwigs in Bairen Diener beider Fürsten von Bairen geheimer Rath, also durch ir Gn. vermelt, mit Namen Hans Weissenfelder auch ankumen.

Als nun der acht Tag Octobris gewest, daran der Landtag angangen, ist erstlich Markgraf Georg von Brandenburg als ein Gesandter von unser gnedigsten Frauen, Eur Kun. Mt. Schwester der Kunigin zu Hungern, berueft und offenlich verhört worden, wie wir dann Eur Kun. Kt. seines Befech und Abfertigung halben von Prag aus zum Teil Anzeig gethan. In mitler Zeit haben die lobliche Stend der Coron Beheim zu uns auch geschickt, ob es unser Gelegenheit, so weren sie bei ein und willig, uns mit unser Werbung auch zuvernemen. Darauf wir sambt inen auf die Burg geritten, alda all Stend in trefflicher Anzahl versamblet befunden und die Sachen in Massen, wie Eur Kun. Mt. dann solcher Copei zugeschickt, mündlich anzeigt und furbracht, auch von Stend in beheimischer Sprach sollicher Inhalt, nachdem die durch Rabenhaubt darin transferiert, verlessen lassen, damit der gemein Mann solches Furtrags grundlich wissen und mehren Verstand emphahen muge. Nach solchem sein wir wider in unser Herberg beleid worden mit gegebner Antwurt: Nachdem der Artikel des Furtrags mehr, so wellen sich die Stend darauf beraten und alsdann uns wider Antwurt thun.

Auf sollich unser Werbung sind die Stend bewegt worden und entschlossen gen Karlstein, so ein Geschloss, darauf dann die beheimische Cron liegen, Nach iren Freiheiten und gulden Bullen zu schicken, das also besehenen und des dritten Tegs Nach unser Werbung gen Prag auf die Burg gepracht worden.

Des andern Tags Nach unser Werbung ist Weissenfelder von wegen beider Fürsten von Bairen durch die lobliche Stend der Cron Beheim auch offenlich verhört worden, der ein Brief und Credenz von beiden Fürsten an die Stend lautund gehabt und verlesen lassen, mit sehr hohem Erbieten sich von wegen seiner Herrn beider Fürsten vernehmen lassen, damit die Stend zu bewegen, dass sie einen aus iren beiden zu Kunig annehmen sollen, auch in solcher Credenz gestellt gewest, dass sie deshalb noch mehrer ir treffenlich Räth verordnet; ob aber sie solang unzt auf derselber Ankunft mit bei einander beliben, so soll Weissenfelder allein allen vollkummen und genügsamen Gwalt haben, was er zusag, handel und bewillig, als wenn die Fürsten solches selbs in eigner Person handleten, und soll solichs alles gewiss gehalten und vollzogen werden.

Nachfolgund sind die loblichen Stend bei acht Tagen ob etlichen Artikeln, die sie in die Landtafel von neuen stellen lassen, gesessen, welicher wir dann auch Abschrift beihendig haben.

Weiter sind die Stend der Cron Beheim etlich Tag in Handlung gewest und auf den frei Tag und Werbung, so wir in Namen und von wegen Eur Kun. Mt. an die Stend gethan, darin dann Eur Kun. Mt. sambt derselben Gemahl, unser gnedigsten Frauen, Erbschaft und Gerechtigkeit vermelt, ob ire Freiheiten und gulden Bullen gesessen und darauf sich des vereint, vergleicht und beschlossen, dass sie niemand sein Gerechtigkeit zu oder absprechen wellen; aber ires Bedunken, so haben sie ein Kunig, der inen gefellig, auch für nutz und der Cron tauglich ansehen, zu erwehlen Macht. Darauf von den dreien Stenden von jeden acht Personen geben worden und wer solich sind, haben wir in Schrift verfast, die dann eines Kunigs halben handlen und sich bereden sollen; doch was sie für gut ansehen, das solchs an all Stend gemeiner Landschaft gepracht werde und sie alsdann solchen oder andern ires Gefallens zu nemben die Wahl haben.

Diese Handlung hat sich etlich Tag verzogen, dass in mitel solcher die andern Gesandten von den Fürsten von Baiern ankumben, als nemlich Herr Johann Freiherr von Degemberg, Erbhofmeisier in Bairen, Herr Sigmund von Schwarzenstein Ritter, Vitzthumb zu Straubing, Ludwig von Pientznaw, Hoimarschalk zu Landshuet, weliche dann neu Schreiben an die Stend gepracht, auch vil mehrer Zusag gethan, nemlich als Schulden, sie seien von dem Land angenommen, auch aus Gnaden oder anders herrührend nicht ausgeschlossen, zu bezahlen in kurzer Frist: haben sich auch, wie wir bericht, vernehmen lassen, dass etlich aus iren von Prag nit weg ruken wellen, unz solch als bezahlt: darzu, so die Cron Beheim ein Not anstossen, inen von fünfzehn bis in die zwaizig Tausend Mann auf ire Kosten sonder Beschwer der Stend inhalten, darzu auch die Regierungen mit stetten Wesen in der Cron zu halten, dieselb auch mit keinem Auslender zu regieren und einen jeden bei seinem Glauben pleiben lassen. Darauf wir dann verursacht, nachdem solch ir Erpieten hoch und vil, auch bei etlichen Ansehen gehabt und in die Gemein noch höher einpilden wellen, ein ander Gegenschrift, der wir dann auch Abschrift verhanden, aufrichten und stellen lassen, in Summa dahin zu lenden, dass wir von E. Kim. Mt. umb die Cron zu kaufen kein Befelch, unsers Gemuets auch nit war und wol wisten, wo wir sie die Stend damit antrungen, dass wir inen als den ehrlichen Leuten mehr Misfallen bewiesen, dann guts schafften. Aber wir hofften auf unser zu mehr than Werbung und Unterricht, sie wurden sich E. Kun. Mt. zu gut mit willfariger Antwurt entschliessen und dermassen erzeigen, als E. Kun. Mt. des hohen und gnedigs Vertrauen zu inen hat. Dann was anlangen die Schulden, weren wir zuvor verstanden und E. Kun. Mt. wurde Nach Vermug derselben Erpieten keinen wider sein Willen damit verziehen, auch was wir inen sunst in Namen E. Kun. Mt. bewilligt, sollen sie an Sorg sein, dann solches alles wurde durch E, Kun. Mt. endlich gehalten und vollzogen werden. Solch Schrift wir dann auch öffentlich verlesen Hessen und als wir vermerkt, der Sach nit undienstlich gewest.

Herr Jan Marakschy hat zu mehrmalen vil und oft mit Herrn Leben, obristen Burggrafen, auch mit dem Herrn von Bernstein und andern mehr gehandlet, sich in der Sach hoch bemühet, auch von Herr Leben zuvor und erstlich soviel recht Zeit woll sagen und soll ime trauen, dass er E. Kun. Mt. Teils sein endlich und gewiss zugesagt, dergleichen hat er den Herrn von Bernstein und ander E. Kun. Mt. zu gutem bewegt und wann er also mit Herr Leben gehandlet, hat er allemal Herrn Sebastian von der Weitmull, der dann E. Kur,. Mt. Part gut gewest mit und darbei genommen und gehabt.

Herr Hans Pflug und Herr Albrecht Schlick, die dann sich E. Kim. Mt. zu gut zu handeln in nicht gesaumbt noch verhindern lassen, sonder treulich bemühet und gearbeit, die kamen in mitler Zeit, als der Ausschuss eins Kunigs halben in der Wahl waren, mit Anzeig, wie ine die Sach nit allerding gefallen und weren umben pesten Willen zu Herrn Leben gangen und ine angesprochen, sie Hessen sich bedunken, als weren ine etlich Beschwerungen angezeigt, die ime anlegen, beten in, dass er solch inen als den vertrauten Freunden anzeigen wollt und nit bergen, dann sie hofften, solchem wer gut Rat zu schaffen. Darauf Herr Leb inen anzeigt hat: Dieweil sie inen also ansprechen, so wollt er inen seines Gemuets Eröffnung thun: "Es wer nit on, sonder man het ime anzeigt, E. Kun. Mt. wer ime nit mit Gnaden geneigt von wegen des weiland Kunig Ludwig zu Hungern sambt seiner Gemahel der Kunigin gegen ime Ungnad getragen, darein er aber allein von treuen Willen, das er gern verhüt, dass Sein Kun. Mt. das Einkommen, Gerechtigkeit und Hochachtung der Cron, und was derselben zugefallen, nit geschmelert wurde, soll er nun umb seiner Willen ein ungnadigen Herrn und Kunig an E. Kun. Mt. auch haben, wer ime beschwerlich. Darauf die beid Herrn Pflug und Schlicken, solchem kein Glauben zu geben, gehandelt und dass der dreierlei Verschreibung ime eine allein, die andern ime sambt etlichen seinen Freunden, darin vermeld, begert.

Die erst, dass E. Kun. Mt. ine bei sein Rechten, so er erlangt, oder furan gewinnen, gnedigich beleihen zu lassen und was er aufrichtiger Schulden, darumb er genugsam Urkund darbringt, die seine Anzeig ungefer in die fünfzig Tausend Gulden R. laufen, ime soliche auch zu bezahlen auf Zeit darin bestimbt, darzue sein Verschreibung, so er von Kunig Ladislaw und Kunig Ludwigen hat, sambt sein Freiheiten zu bestatten.

Die ander, das E. Kun. Mt. seinen Freunden, so er vermeldt, ob sie nit erstlich von Stund F. Kun. Mt. Part gewest, derhalb gegen inen kein Ungnad tragen, noch sich des entgelten zu lassen, darzu ime sambt denselben ire Freiheit, Begnadung und Gaben soviel sie recht haben, gnediglich zu bestatten und darbei beleiben zu lassen, in solcher Verschreibung dieselb seine Freund all mit Namen benannt und ir gar wenig darin begriffen, die sich erstlich E. Kun. Mt. Person halb gewidert.

Die dritt, so hat er der Herr Burggraf, Herr Christof von Schwanberg und Herr Hans Pflug und den Herrn Schlicken Gebruedern jerlich ein Anzahl Geld, so inen geben wird aus dem Perkwerch Joachimstahl, dass E. Kun. Mt. sie bei solichem auch genediglich welle pleiben lassen.

Auf solichs wir uns unterredt, bedacht und zuletzt aus vielen vertreulichen Unterhandlungen auch Berednussen entschlossen, dass wir ime solche Verschreibung aufgericht, verfertigt und zu sein Händen uberantwurt, doch dass E. kun. Mt. unter derselben Namen, Tittl und Mt. gleichlautund Brief und Verschreibungen zusiell und die unsern uns wider zu Händen siellen.

Es hat sich auch mit der Zeit der Kanzler, Rosenberg, Landkammerer, der von Wartenberg, Kreig, Weitmull, Pflug, Schlicken, Herr Jan von Schwanberg, Guttensiein, Dobrohost sambt vielen iren Freunden und Anhang, auch die merern Siett zusammen verpunden, kein andern Herrn, dann Eur Mt. zu haben, auch ire Leib, Hab und Guetter zu Eur Mt. zu setzen und ire Schlosser und Siett offen zu halten, endlich beschlossen gewest.

Und wie der Herr Burggraf auch Kanzler sambt andern die Partei E. kun. Mt. Anhang gesehen, dergleichen der Bairischen, haben sie wol gedacht, so es zu offner Wahl kumben, dass der Art kein Vergleichung werden, allein Zerritligkeit und Zertheilung daraus erfolgen. Derhalben an all Stend inen der Wahl zu vertrauen gebeten. Solches durch Schickung Gottes von Stund ausser etlich wenig Personen, der nit uber fünf gewest, gewilligt und dieselben nachfolgund iren Willen auch darzu geben und dass solch Bewilligung E. Kun. Mt. zu gut beschehen, ist Herr Woittich von Bernstein, als der so die Antwurt von der Stend wegen geben, ein guter Furderer gewest.

Also hat der Herr Burggraf von aller Ausschuss wegen an die Stend begert, inen angezeigen und zu verstehen geben, nachdem der, so der Cron nachstehen vil, ob sie untersehen (sic) allen wellen oder etlich aus inen; darauf inen zu Antwurt geben worden, sie sollen unter E. kun. Mt. und beiden Fürsten von Bairen als denen, so öffentlich umb das Kunigreich gestanden, welen. Auf solich Antwurt der bairischen Gesandten ein sehr hoch Herz genommen, ir Sach gut zu werden verhofft.

Nachfolgund des dreiundzwaizigisten Tags Octobris ist den Ausschüssen in sant Wenzl Capell ein sehr hoher und harter Eid vorgehalten worden, den sie also geschworen. Darauf sie sich in der Capell versperrt, darin sie E. kun. Mt. solichs Tags erweit, aber den XXIIIIten erst eroffnet worden.

Soliches XXIIII Tags ist unser als E. kun. Mt. Gesandten die Wahl durch die Ambtleut und etlich Landleut, die zu uns in unser Herberg kumben, anzeigt worden, mit Bitt, dass wir von Prag nit verrücken sollen, dann sie noch ferrer was mit uns zu handeln und sonderlich achten sie, E. kun. Mt. werd vil Ansehung (sic)


[Soll heissen: Ansuchung] Ambter und ander halben haben, so sei aber ir Bitt von wegen aller Stend an Eur Mt., welle sich in kein Bewilligung oder Zusagen einlassen oder vertiefen, unzt E. kun. Mt. in das Land kumb, wie dann solichs und anders E. kun. Mt. warnungsweis und der Notturft nach durch uns zugeschrieben worden.

Also haben wir verzogen bis auf den XXVIIIten Octobris, da sind wir durch den Herrn Burggrafen zu Morgenmal erpeten worden und wiewol wir zuvor des XXIIIIten Tags von allen Stenden wie wir inen der Wahl halben Dank gesagt und unsers anzeigt, wie dann solichs auch in Schrift verfasst, unsern Abschied genommen, so haben wir doch der Zeit von dem Herrn Burggrafen, dem Herrn Landrichter, auch von dem Herrn von Bernstein und andern, so der Zeit alda gewest, abermals unsern Abschied genommen, weliche uns dann anzeigt, dass die andern von Herrn, Ritterschaft und Stetten verriten, aber dieweil wir in unserjungist gethan Red in Namen E. kun. Mt. am geleginsten und fueglichisten sich in das Kunigreich Beheim verfuegen, die Cron zu empfahen und dasselb einzunemben, so hetten sie inen die Meinung hernachfolgund befolhen anzuzeigen, nemblich, dass sie irs Gesandten, die sie zu E. kun. Mt. zu ziehen furgenommen, geordnet, solichen betten sie der und ander Sachen halben mit E. kun. Mt. zu handlen befolhen.

Ferrer so bitten sie abermals E. kun. Mt. von gemeiner Stend wegen, nachdem dieselb von vilen und in mancherlei Weg Ansuchung wurden haben, E. kun. Mt. wolten sich vor und ehe E. kun. Mt. in das Land kumbt, in kein Zusag oder Bewilligung nit einlassen, das dann E. kun. Mt. zu allem gutem kumben wird.

Und uns hierauf ersucht, E. kun. Mt. zu pitten, sie in gnedigisten Befelch zu halten und ansehen, auch erwegen, dass E. kun. Mt. allein aus rechter Lieb und sonder geneigten Willen zu Kunig erweit, darin sie inen die Ehr allein nit zuzeziehen, aber iren getreuen Fleiss, darzu kein Mue, und was der Sachen dinstlich, E. kun. Mt. zu gut, zu handlen nit unterlassen, ir höchste Pitt, dass E. kun. Mt. ir gnedigister Herr sein wollt, des Willen, Gefallen und Dienst sie sich allzeit zu befleissigen willig.

Also haben wir uns den XXVIIIIten Tag Octobris zu Prag erhebt und Ursach halb des bösen auch harten Wegs fueglich mit wol pass ziehen und von statt mugen.

Und nachfolgund zu Raakgg (sic) den dritten Tag Novembris seind von E. kun. Mt. zwei Schreiben zukumben, die uns Herr Jan Maraksy von Drosendorf, der Ort ime solichs Tags die Geantwurt zugeschickt Inhaltung, dass wir mit den Stenden der Cron Beheim, oder wo die nit verhanden, mit Herr Leben Burggrafen handlen sollen, dass die loblichen Stend der Cron Beheim ire Gesandten auf den Ragkusch gein Hungern schicken sollen; ob wir aber von dan verruckt, alsdann Herrn Leben und dem Herrn Canzler zwei Schreiben von E. kun. Mt. ausgeund zuzuschicken, der aber uns keins nit zubekumben.

Nun haben wir auch zu Prag verstanden, dass den Gesandten, so zu Eur kun. Mt. verordnet, unter andern aufgelegt und ein Artikel gestellt soll sein worden, nachdem die Cron Hungern verwiest und hart verheert, und solch weit Creintz zuverwaren von Notten, dass E. kun. Mt., wo sie die schon hetten, solch zu behüten mehr darüber lauffen, dann Nutz und Geniess davon zu haben, und auch Fursorg tragen, dass E. kun. Mt. selten in Beheim bei inen sein wurd, solicher Cron Hungern sich zuverwegen oder der Wahl in Beheim wider abzustehen. Nun ist aber sollich Sach durch die, so E. kun. Mt. Partei, geringert und allein unsers Berichs betweis, darhalben an E. kun. Mt. iren Gesandten zu werben Befelch than, derhalb wo schon die Brief geschickt worden, zu sagen hart, was auf diess der Zeit ausgericht worden.

Und nachdem wir die Sachen nach Hilf des Allmechtigen Gottes, der dann in dieser Handlung nit klein geholfen, vielleicht mehr als man sich verhofft, auch versehen, ausgericht und zu gutem Ort gebracht und nachdem wir auch nach Werbung unser gegebenen Gwalt Macht gehabt, Gelt zuverehren, auch derhalb Verschreibungen und Versicherheit zu thun, so haben wir uns doch unser der Geltschulden und des Paschko zusagen, so dann ein Burger der Stadt Prag, dem auch nit mehr nach Ratt, als drei tausend Guldin r. bewilligt, und aber durch ander, so der Coron auch nachgestanden, viel hoch angesehenlich Summa Gelts bewilligt worden, und wie wir vernommen, nit ein kleine Summa daran ausgeben. So bitten wir E. kun. Mt. welle solichs alles zu genedigem Gefallen und Gnaden annemen. Dann so viel an uns gewest, haben wir warlich das, so uns für gut angesehen, der Sachen dienstlich zu sein mit Rat ze handlen nit unterlassen, sonder allen muglichen Fleiss ankert und mit allen Treuen gebraucht, hat auch warlich woll und gross von Notten than, und ist die Sach als vielleicht durch etlich geacht und gehalten möcht werden, nit so leicht und gering zugangen.

Wiewoll wir uns die Ehr nit zuziehen, sonder Gott dam allmechtigen, als dann billich, aber der Ewig hat dennoch durch sein gottliche Gnad und Schickung durch die Menschen als seiner göttlichen Gnaden Werkzeug gehandlet, wie wir dann hoffen. E. kun. Mt. werd sollichs mit der Zeit genzlich erindert werden, und ist sich gwiss zuversehen, dass solch Handlung E. Kun. Mt. sambt derselben Erbland und hoffenlich der ganzen Christenheit zu Ehr, Nutz und erspriesslicher Wolfart kumben und gereichen wirdet.

Empfehlen uns hierauf E. Kun. Mt. als unserm gnedigsten Herrn, Kunig und Landsfürsten.




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