342. Dr. Jindřich Tilesius, syndik Chebský, podávaje purkmistru Hanuši Wernerovi zprávu o svém pořízení v Praze sděluje mu novinky, že Dětřich Schicendi odsouzen k smrti, president komory opatřen domácím vězením, panství Hertenberg prodáno Jindřichovi z Písnice.

V PRAZE. 1597, 18. června. - Orig. v archivu města Chebu. Skříň A. Ill, fasc. 2.

Mein willig Dienst zuvorn. Ehrenfester, hochweiser, gunstiger Herr Burgermeister. Demselben uberschicke ich bei Briefszeigern beigelegten kaiserlichen Befehlich und ob ich wohl, wie Gott weiss, in eigener Person beim obristen Kanzler gewesen und ihine das Schreiben an Ihre Mt., so Herr Zeglein zugeschicket. überreichet, mit Bitten, die gnädige Verfügung zu thun, beides, dass die Commissari deputieret und befohlen werde, die Reiter in die Stadt einzulosieren, sowohl auch und zuforderst, dass gemeine Stadt mit den 300 Pferden verschonet bleiben möchte, so hat er ihme solches, dass nämlich noch mehr Pferde dahin gewiesen zur Musterung, sehr misfallen lassen, auch versprochen, dass sie an andern Ort verwiesen werden sollen. Nichtsdestoweniger aber hat Herr Zeglein aus der Kriegskanzlei anitzo furangeregt Befehlich angenommen und empfangen. So hat auch Herr Vicekanzler sambt dem Secretano Mulnern heut Vormittag mit mir geredet, dass es nunmehr unmuglich zu ändern, denn die Befehlichshabere und andere zugehörige Reiter allbereit im Anzüge und daher anders wohin nicht verwiesen werden könnten. Soviel dann die Commissarien und den andern Befehlich wegen Eiulosierung der Reiter belangen thut, ist bishero der Mangel an deine gewesen, dass die behemische Hofkanzlei und die Kriegskanzlei miteinander darob gestritten, in welcher Expedition eines und das ander gehöret; itzo nun geben sie sich, dass die Bestätigung der Commissarien der behemischen Hofkanzlei und die Einlosierung der Reiter der Kriegskanzlei anbefohlen sein soll. Hoffe demnach nunmehr beiderlei Förderung alsbalden zu erhalten.

Von Neuem ist allhier dieses, dass dem Herrn Schweudi durch ein öffentliches abgelesenes Urtheil der Kopf abgesprochen worden, darauf die Kais. Mt. ihn alsbalden aus vorigein Gefängnus in ein sonderbars einführen lassen mit gnädigister Resolution, dass er darin Ihrer Mt. bis auf weitere Execution Gefangener sein solle, daher ihme miinniglich Hoffnung machet, dass es ihme ans Leben leichtlich nicht gehen werde. Der Ausgang wirďs bezeugen.

Der Präsident ist noch zur Zeit nit zu Rathe kommen; nicht weiss ich, ob er der gemeinen Sage nach ins Haus verstricket ist.

Die Herrschaft Hertenberg ist in dieser Wochen dem Herrn D. Henrichen erblichen von Ihrer Mt. verkauft worden.

Dieses habe dem Herrn Burgermeister ich in Eil zur Nachrichtuug anfügen sollen neben Bericht, dass ich zur gulden Weintrauben ufn Retschili, der gulden Kugel uber, zur Herberge einge standen; da man meines Diensts in vorstossenden Geschäften bedürftig, dass ich allda anzutreffen. Und thue mich hiermit zu willfährigen Diensten anerbieten. Datum Prag den 8. Juni alten Kalenders

[18. Juni] anno 97.

H. Tilesius D,


Der Bote ist umb 3 Uhr Nachmittag anheut abgefertiget worden, nachdem er am Montag zu Abend allhier ankommen.




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