98. M. Flöcker zprávu dává Oldøichu Speerovi, tajnému radovi Maximiliana, vévodí/ Bavorského, o poradách kurfirštù duchovních v pøíèinì volby nástupce na trùnu nìmeckém následkem nemoci císaøovy, o nadìjích domu Bavorského, kdyby k volbì došlo, a o krocích arciknížat Matyáše a Ferdinanda (v pøíèinì zabezpeèení dìdiènì posloupnosti) podniknutých. Kurfiršt Kolínský projevil své podivení, he arcikníže Matyᚠtaké záležitost následnictví v království Èeském s touto otázkou slouèil. [ Èásteènì chifrováno.]

V HIRSCHBEKKU, 28. prosince 1600. — Orig. v stát. arch. v Mnichovì. 134—1, fol. 266.

Edler und fester, insonders grossgunstíger Herr und Freund! Nagst meiner bereiten Diensterbietung bleibt E. Festen unverhalten, dass mir Sein Sehreiben vom 18. dies neben den beiliegenden zukommen. Weil dann darbei eins an den Herrn Bucholtz gestanden gewesen und derselb nicht in loco, als haben Ihre Churfürstl. Durchlt. dasselb Schreiben (dann darauf geschrieben, in Abwesen Ihrer Churfürstl. Durchlt. zu erbrechen) eröffnet und mir befohlen, nachfolgender Gestalt darauf zu antworten.

Soviel dann den ersten Puukten betrifft wegen der Churfürsten Zusammenkunft, so hat Elector [von Coln] bei ihm selbst wohl können erachten, dass nichts wurd ausgericht werden, wann die Churfürsten personlich nit erscheinen, und wiewohl Ihr Churfürstl. Durchlt. sich erboten haben, den Bucholtz zu Sachsen zu schicken und der Bucholtz sich solches gefallen lassen, so hat sich doch Mainz niemals daruf rotundì erklärt, und hab das Ansehen, als wann Mainz nit leiden mag, dass man ihme vorgreift; dann weil er das Directorium hab, so will ers allein dirigieren, das Ihr Churfürstl. Durchlt. dann auch abhält, nach Prag zu begeben, umb Vermeidung allerhand Suspicion. Haben aber Ihr Churfürstl. Durchlt. nit unterlassen, eins Wegs als den andern den Bucholtz fortzuschicken, wie Ihr Churfürstl. Durchlt. dann auch gern an Mainz neben Trier, der sich sonder Zweifel willig darzu erklären wird, schreiben wollen, damit doch die Ausschreiben nach Nothdurft also gestellt werden, dass die Churfürsten spüren mögen, dass es allein umb personliche Zusammenkunft zu thun seie.

Soviel das türkisch Wesen belangt, könne Herzog Maximilian merken, dass es in Ihrer Churfürstl. Durchlt. Disposition nit stehe; wollen aber verhoffen, es sollen die Churfürsten in dieser Zusammenkunft das Werk zu Herzen fassen, sonderlich Pfalz Churf., wegen der Obern Pfalz und Brandenburg auf der einen Seiten eben so nahend interessiert sein, als andere. Ihr Churfürstl. Durchlt. wollens an ihrem Fleiss nit erwinden lassen.

Die Relation, was Erzherzog Mathias und Erzherzog Ferdinand verficht, hab ich gern vernommen. Gott gebe, dass es wohl gehet.

So wollen Ihr Churfürstl. Durchlt. auch gern lesen, was der [Kurfürst von] Sachsen wegen dea Canisischen Verlust schreibt. Ihr Churfürstl. Durchlt. seind aber der endliehen Meinung, Sachsen bab es gänzlich auf die Jesuiter und nit Fürstenpersonen gemeint.

Soviel den Successor betreffend, sein Ihr Churfürstl. Durchlt. der alten Meinung, dass man soll prätendieren propter causas notas, aber so dextre und caute, dass wanns nit reusciren solle, dass Baiern weder ignominiam noch offensionem zu gewarten hätt; und seie mit dem Werk nit zu eilen, dann kein periculum in inora. Mainz sei durchaus der opinion, man soll Ihr Mt. tollerieren. Gott möchts zu Besserung schicken. Sonder Zweifel Sachsen, Brandenburg und Pfalz werden auch der Meinung sein. Interim kann man das Werk per consiliarios principùm unterbauen und unvermerkt wohl erfahren, wo die animi hin incliniert. Auf dieser Zusammenkunft, sagen Ihr Churfürstl. Durchlt., sei gar nit rathsamb gewesen, etwas darin zu melden, dann die materia sei noch ganz cruda et nova. Ihr Churfürstl. Durchlt. meinen, wollen jetzo auf [der] Churfürsten Zusammenkunft die Räth, so die Churfürsten zu sich in Consultation nehmen, wohl einander hitzen, ut ipsi inter sese discurrant de aliqua futura electione. Es sei doch den Bauern erlaubt, wann der Bischof sterb, dass sie einen zu ihrem Sinn erwählen. Ihr Churfürstl. Durchlt. Räth, als Bucholtz und Drost zu Bilstein, die können in dieser Zusammenkunft nit allein der Andern Gemüther expiscieren, sondern ihnen per indirectum solche Argumenta administrieren, wann sie de qualitatibus personarum discurrieren werden, dass sie nothwendig das Haus Baiern mit in den Reigen ziehen werden. Alsdann hoffen Ihr Churfürstl. Durchlt., der Discursus solle nit allein viel discoperieren, sondern auch die Räth werden ohne Zweifel der Herrschaft Relation thun, und alsdann wohl abzunehmen sein, wo das Werk hinaus will. Wäre der-halben gar gut, dass der vertröste Discursus hieher geschickt wurde. Soll nit wenig zu guter In-struction taugen. Interim begehren Ihr Churfürstl. Durchlt zu wissen, ob der Vorschlag Ihren Durchlauchten in Baiern gefalle, oder wie sie sonsten meinen, wie es anzugehen wäre.

So viel die Replica [Poznámka Speeøova: Ist die Frag gewest, ob Ihr Churfürstl. Durchlt. oder Bucholtz auf die Antwort, so auf Ihrer Churfürstl. Durchlt. Interrogatoria geben worden, zu repiioieren oder Bedenkens haben.] betreffend sopra le risposte dei punti, verstehen Ihr Churfürstl. Durchlt. nit, was E. F. damit meint, Ihr Churfürstl. Durchlt. [Cöln] erbeut sich alles das bei diesen Sachen so fideliter zu thun, was Ihre Durchlauchten [die Herzoge Wilhelm und Maximilian von Baiern] vor rathsamb und gut ansehen werden, daran soll kein Zweifel sein.

Dass Speer schreibt, dass Mainz so secret sei und dass er sich nichts hab lassen lauten, non est mirum iis, qui norunt eius ingenium.

Von Trier non habetur ex ore ipsius, sondern von seinem Kanzler, und glauben Ihr Churfürstl. Durchlt. gar nit, quod sit ex affectione, sonder vielmehr propter qualitates, dann Ihr. Mt. Brüder humor es die sein nunmehr im Reich also bekannt, dass es keius andern Disciferieren bedarf.

Wäre gar gut, dass Metternich bald nach Pfalz zuge.

In dieser Zusammenkunft ist anders nit tractiert worden, als was allbereit geschrieben ist, und sagen Gott Dank, dass Ihr Chuifürstl. Durchlt. so viel verlieht haben. Ihr Churfürstl. Durchlt. wollen sich nicht rühmen, aber wann Ihr Churfürstl. Durchlt. nit gewesen wären, so wäre nichts gehandlet worden, weder Zusammenkunft noch nichts. Ihr Churfürstl. Durchlt. hätten Bucholtz gern von Sachsen auf Prag und von dannen auf München ziehen lassen, haben aber Ihr Churfürstl. Durchlt. es umb Suspition halben nit thun dörfen. Alsbald aber Bucholtz aber hie wieder werd anlangen, und da er sich änderst von seiner Residenz so lang wird entledigen können, so werden Ihr Churfürstl. Durchlt. ihnen schicken; wo aber nit, so soll doch fidelissima relatio geschehen.

Was Erzherzog Mathias und des Khain [Poznámka Speeøova: Das ist der Secretari.] Relation betrifft, ist er Khain noch auf diese Stund zu Cöln krank, also dass man weiter nichts von ihme hat vernehmen können. Soll sonsten gewiss unverhalten blieben sein. Ihr Churfürstl. Durchlt. [von Köln] hat beede Credenzschreiben, so auf den Khain gelautet, Mainz und Trier uberantwort und des Khainen Werbung ad longum referiert. Habens Mainz und Trier cum adrairatione et dolore angehört und die Credenz in Busen gesteckt, sonsten von keiner Antwort weniger oder viel nichts merken lassen, wie dann Ihrer Churfürstl. Durchlt. [Köln] kein Wort wegen dieser Credenz auf diese Stund nit geantwort haben. Es sein aber Ihr Churfürstl. Durchlt. dieser Meinung, es sollen Ihr Churfürstl. Durchlt. den Erzherzogen Mathias unbeautwort nit lassen, eo tarnen modo, dass Ihrer Churfürstl. Durchlt. ganz schwer zu hören gewesen, Ihrer Mt. schwerer Zustand, hätten aber nit unterlassen vor ihr Person dem Werk aufs weitest nachzudenken, auch deshalb treulich der geistlichen Churfürsten Zusammenkunft befurdert. Do sie dann Erzherzogen Mathiasen Credenzschreiben Mainz und Trier uberantwort und vollkommene mundliche Relation gethan, wäre solches der ganzen Christenheit hohes Anliegen Mainz und Trier gleichsfalls ganz beschwerlich vorkommen. Weil es aber wichtige Sachen, dreien Churfürsten zu remedieren, auch dergleichen Sachen colJegialiter zu handien gepflegt werden, so haben demnach dem Wesen zum Besten Ihr Churfürstl. Durchlt., Mainz, Trier gefallen lassen, mit Consens der andern Churfürsten, auf welchen man dann stündlich wartend seie, ein gemeine churfürstliche Zusammenkunft auszuschreiben, da man dann die Nothdurft berathschl.igen sollt.

Sonsten dass Ihre Durchlauchten [Herzog Wilhelm und Maximilian von Baiern] begehren zu wissen, wie man verstehen soll laut in E. F. Schreiben an mich die Wort vom Erzh. Mathias, als dass Ihr Mt., dem Haus und der Eeligion kein Schimpf soll geschehen, verstehet Ihr Churfürstl. Durchlt. dahin, wann der Kaiser etwan abgesetzt sollt werden oder selbst sich ein Schaden zufügen, dass dasselb sowohl der Christenheit als auch dem Haus und Religion zu Schaden sollt gerathen. Wissen es änderst nit zu interpretieren. Warumb aber Erzh. Mathias das behaimisch Wesen darein hat gezogen, kann Ihr Churfürstl. Durchlt. selbst nit wissen, was Erzh. Mathias darzu bewegt hab. Sonsten habs die Meinung nit, dass Erzh. Mathias solches [dem] Kaiser gesagt, sondern allein [den] Churfürsten zuentboten habe.

Sonsten werden E. F. auch hieneben sehen, was der Pistorius an Ihr Churfürstl. Durchlt. schreibt. Und dieses alles hab ich E. F. aus Ihr Churfürstl. Durchlt. Befehlch nit bergen sollen. Mich daneben dienstlich befehlend. Datum Hirschberg den 28. Decembris 1600.

E. F. dienstwilliger

M. Flöcker.






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