83. Popsání korunovací krále Rudolfa II., kterហodbývala se dne 22. záøí l. 1575 na hradì Pražském.

1575, 22. záøí. - Opis souè. v arcibiskupském archivu v Praze.

Verfassung, mit was Ordnung und Ceremonien nach altem löblichen Gebrauch die Kunigliche beheimbische Krönung des durchleuchtigisten Fürsten und Herrn Herrn Rudolfen [König] zu Hungarn und Beheimb, Erzherzogen zue Österreich, unsers gnädigsten Herrn, den 22. Tag Septembris im 1575. Jahr auf dem kuniglichen Schloss zu Prag beschehen.

Wiewohl sich altem löblichen Gebrauch und kuniglicher Hoheit und Würdigkeit nach gebührt hätte, dass Ihr Kunigl. Mt. einen zierlichen Einzug gehalten; dieweil aber die Röm. Kais. Mt. und Ihr Kunigl. Würden der gar an der Hand stehenden Reis in das heilige Reich und dann der kurzen Zeit und anderer Ursach halben daran verhindert worden, so ist dasselbe auf diesmal gnädiglich eingestellet und Ihr Kunigl. Wrd. sonsten auf nachfolgende Weis publicirt worden. Nemblich haben sich die Stände des Kunigreichs mit vorgehenden der Röm. Kais. Mt. gnädigsten Wissen und Zuegeben auf nägstvergangenen Ertag den 20. dies frue zwischen 6 und 7 Uhr Vormittag zu der Kunigl. Wrd. in ihr Palatium verfüeget und derselben durch Herrn Wilhelmben von Rosenberg in beheimbischer Sprach, die Secretari Schönfeld in deutsch verdolmetschet, schuldiger Gebühr nach underthänigist Glück gewunscht, und weil Ihr Kunigl. Wrd. desselben zuvor avisirt gewesen, habe sie sich darauf gegen den Ständen mit gnädigister Antwort in deutscher Sprach erkläret, die Herr Wratislaw von Pernstein den Ständen bebeimbisch verdolmetscht, darbei Ihr Fürstl. Dt. Erzherzog Ernst zue Österreich gegenwärtig gestanden.

Nach solchem ist Ihr Kunigl. Wrd. und Fürstl. Dt. sambt den beheimbischen Ständen und ihren Hofgesind zu der Kais. Mt. in ihr Palatium gangen, welcher folgends mit Ihr Kunigl. Wrd. und Fürstl. Dt. hinab in die Landstueben kommen, allda die Publication Ihr Kunigl. Wrd. offentlich beschehen. Als solches verrichtet, haben Ihr Kais. Mt. und Kunigl. Wrd. sambt der römischen Kaiserin, unser allergnädigsten Frauen, Erzherzog Ernsten, Mathiasen und Maximilian sich über den Saal und Gassen in die Thumbkirchen und vornen in den Chor verfueget, allda dem allmächtigen Gott zu Lob das Te Deum laudamus gesungen, georgelt, durch die Trummeter aufgeblasen, mit allen Glocken in den Präger Städten geläutet und dann das Geschütz, so ausser des Schloss bei dem neuen Saal weniger Schadens halben gestanden, abgeschossen worden, und haben Ihre Kais. Mt. und Kaiserin ihren erhöhten Stuel zu der rechten Seiten des hohen Altars, die Kunigl. Wrd. etwas bass herab und die Fürstl. Dt. noch bass unten nach einander gehabt. Darauf hätte folgends das hohe Ambt angefangen werden sollen, weil es aber schon spat gewesen, haben es Ihre Kais. Mt. eingestellt und ist durch den Herrn Erzbischofen mit der Benediction beschlossen worden, alsdann Ihr Kais. Mt., Kunigl. Wrd. und Fürstl. Dt. in ihre Palatia zum Fruemahl gangen.

Und nachdem auf den 22. Septembris die Künigliche Krönung angestellt gewesen, so sein sie zu Erhebung der Kron, Scepter, Schwert und Apfel von gemeiner Stände wegen nachbenannte sieben Herren und sieben des Ritterstands aus den Ständen nach Karlstein abgefertigt, welchen die nägstgelegenen zwen Kreishauptleut mit einer Anzahl Pferden zur Begleitung zugeordnet und dessen der Burggraf zue Karlstein zeitlich erindert, und also solche kunigliche Kleinoter am Mittwoch Abend mit dieser Ordnung gen Prag gebracht worden. Nemblich seind aus dem Herrnstand die abgefertigten Geitsherren gewesen: Herr Adam von Schwanberg, obrister Hofrichter, Herr Zbynek Berka von der Aich und Leip auf Zakupy, Herr Jaroslaw Smiøicky auf Kostelec, Marschalk, Herr Wenzel Has von Hasenburg auf Strakonic, Herr Joachim Nowohradsky von Kolowrat, beheimbischer Kammerpräsident, Her r von Sternberg auf Konopiš und Herr Johann von Schellenberg; aus dem Ritterstand: Herr Adam Nebylowsky, Herr Sebastian Leskowec, Herr Andre Nebrehowsky, Herr Georg Slepoticky, Herr Siegmund Brozansky, Herr Bohuslaw Kalenice, Herr Benedikt Beneda.

Die Röm. Kais. Mt. haben ein zierlich zuegerichten Kobelwagen mit sechs Rossen darzue verordnet, desgleichen ihnen ungefährlich 8 Stund vor Ihrer Ankunft den beheimischen Ehrenholden sambt den Trommetern und Heerpaukern entgegen geschickt.

Als die 14 Herren und Ritterstands mit der Kron und den andern Kleinotern, (die) im Wagen in einer Truhen gestanden und mit guldem Tuch bedeckt gewesen, an den Ratschin kommen, sein sie alle 14 von Rossen abgestanden und die Herren zu der rechten und die von der Ritterschaft aber halb vor und halb nach dem Wagen geritten. Als man aber durch das Schloss zu der Kirchthür kommen, seind solche kunigliche Kleinoter in St. Wenzeslawkapellen getragen und allda uber Nacht verwahrt worden.

Es ist auch denselben Abend allen Ständen und Hofgesind angesagt worden, sich den Pfinztag Morgens umb sechs Uhren, was beheimbische Ständ sein, bei der Kunigl. Würden und was Botschaften, Räthe und anderes Hofgesind, bei der Kais. Mt. zum Dienst zu erzeigen.

Zu Verhüetung des gemeinen Volks Ungestümb und Gedräng ist verordnet, dass den Pfinztag Morgen, so lang der Act gewähret, die zwei Schlossthor bei des Herrn von Rosenberg Haus und gegen dem Schlossgarten gesperrt gehalten, desgleichen bei dem vordern Thor zue Eingang des Schloss durch den Herrn Schlosshauptmann die Wacht gestärkt und ihnen noch darzue zwene beheimbische Herren, so die Leut gekennt, und etliche Hartschier und Trabanten zugegeben, damit niemand, so in das Schloss nit gehört, eingelassen werde. Als sein auch die zwo ander Kirchenthüren gesperrt erhalten und durch Zuordnung einer sondern Quardi allein der Erzbischof sambt desselben angehörigen Clero zue der undern Thür der Sacristei ausund eingelassen worden. Die vordere Kirchenthür aber under der Kais. Mt. Gang under Oratorio ist offen, doch der Hartschier- und Trabantenhauptmann sambt einer Anzahl aus beiden Quardien, desgleichen zweene beheimbische Herren, nemblich Herr Nicolaus von Lobkowic und Herr Hertwig Seidlitz von Schönfeld darbei blieben.

Von dem hohen Altar an bis herfür an den Altar vor weiland Kaiser Ferdinanden hochseligister Gedächtnuss Begräbnuss ist ein starke Bühn auf beiden Seiten mit Stiegen, desgleichen zu beiden Abseiten des Chors sondere Bühn mit erhöchten Staffeln zuegericht gewesen, und nemblich die Herren auf der Bühn der rechten Seiten und die zwo jungsten Prinzessin sambt dem Frauenzimmer auf der linken Seiten under Kais. Mt. Oratorio gestanden.

Für die Röm. Kais. Mt. ist zur rechten Seiten des Chors und dann etwas underhalb für die drei Erzherzogen zue Österreich, Ernsten, Mathiam und Maximilianum, die drei Stühl nach einander und gegenüber zu der linken Seiten des Altars etliche Ständ für die päbstliche, spanische und venedische Botschaft zugericht gewesen. In Mitte des Chors gegen dem Altar ist ein erniedrigter Stuhl für die Künigl. Wrd. mit einem uberhangendem Himmel, damit Ihre Künigl. Wrd. desto besser mögen gesehen werden, und dann ein wenig darvor bei dem Altar ein Staffel oder Schemmel zu dem Knien, beede mit golden Stuck bedeckt gestanden.

Die Kapellen und Trommeter haben ihren Stand auf dem steinern Gang oder Vorkirchen under der Orgel gehabt.

Als nun den Pfinztag Morgens zu bemeltem königlichen Actu gegriffen werden sollen, ist, ehe die Kunigl. Wrd. zu Kirchen gangen, der kunigliche Habit durch den Herrn Landkammerern in St. Wenzeslauskapell getragen und daselbst nach altem Gebrauch consecrirt, auch insonderheit verordnet, dass Ihr Kunigl. Wrd. das Leibkleid dermassen zuegericht worden, dass es an dem rechten Arm von vornen an dem Hals an bis an den Elnbogen zur Unction aufgemacht werden können,

Folgends sein Ihre Kunigl. Wrd. über den Saal und die Gassen und stracks zu St. Wenzeslauskapellen gangen, alldo Ihr Kunigl. Wrd. nach verrichtem Gebet in dem küniglichen Habit bis an die Kron durch den Herrn Landkammerern, welchem Ihr Kunigl. Wrd. Verwalter des obristen Kammererambts in Abwesen des obristen Kammerers geholfen, angelegt und sonst niemands mit Ihr Kunigl. Wrd. als die obristen Landofficierer sambt dem Landkammerer und Ihr Kunigl. Wrd. Kammerern in dieses Kapell gelassen worden.

Die Röm. Kais. Mt. aber seind Ihr Kunigl. Wrd. und dem Kunigreich zu väterlichen Ehren und Gnaden unter des, weil sich Ihr Kunigl. Wrd. in St. Wenzeslauskapellen angelegt, zu solchem Akt eigener Person in ihrem kaiserlichen Habit angethan und mit ihm die römische Kaiserin sambt all drei Fürstl. Dten. in die Kirchen erschienen und allda in obbenennter Ihr Mt. zur rechten Seiten des Altars ad cornu evangelü zugerichter kaiserl. Session der Kunigl. Wrd. erwartet, deren Herr Hans Trautsamb Freiherr, Ihr Kais. Mt. geheimber Rath und obrister Hofmeister mit dem Stab gedienet und der Herzog von Brieg den Scepter in die Kirchen und der Herzog Heinrich von Teschen von Kirchen vorgetragen. Herzog Friedrich aber von der Liegnitz hat des Reichs Apfel vorgetragen und Herr Hofmarschalk Weikhart Freiherr von Mörsburg in Abwesen des Reichsmarschalks mit dem Schwert gedienet.

Als nun Ihr Kunigl. Wrd. in St. Wenzelskapellen in ihren Habit angethan gewesen und sie ihren Weg in die Kirchen nehmen wollen, ist Ihr Kunigl. Wrd. durch Herrn Wilhelmen von Rosenberg als Burggrafen die Kron vorgetragen worden, welchen auf der rechten Seiten Herr Laslaw von Lobkowic, obrister Landhofmeister, auf der linken Seiten der obriste Kanzler, Herr Wratislaw von Pernstein, gangen.

Der Herr obriste Landrichter Herr Bohuslaw Felix von Hassenstein hat den Apfel getragen, dem auch auf der rechten Seiten der obriste Hofrichter, Herr Adam von Schwamberg, und auf der linken Seiten der Burggraf zum Karlstein, Herr Johann Smeèanský, alle des Herrenstands, geleitet.

Der obriste Landschreiber hat den Scepter getragen, dem gleichfalls zur rechten Seiten der Unterkammerer Herr Johann Trèka und auf der linken Hand der Burggraf Herr Niklas Miøkowský alle drei des Ritterstands, geleitet, und ist noch Ao. 62, auf der jetzigen Kaiserl. Mt. Krönung durch weiland Kaiser Ferdinanden, hochseliger Gedächtnuss, zwischen den Ständen auf ewig verglichen worden: dass allwegen dem Hernstand mit der Kron, Apfel und Schwert und dem Ritterstand mit dem Scepter zu dienen gebühren soll. - Der Obristlandmarschalk Herr Berthold von der Leip hat St. Wáclawschwert in der Scheiden getragen.

Gleichfalls auch Ihr Kunigl. Wrd. durch Herrn Jan von Øièan ein guldes und durch Herrn Wenzeln Schwihowský ein silbernes Fässel, als auch durch Herrn Niklas Hasen, all drei des Herrnstands, ein guldes und durch Herrn Bernharden z Hodiegowa, des Ritterstands, ein silbernes Brot getragen worden.

Also hat man auch aus St. Wenzelskapellen dem Clero, welcher bis für die Thür derselben Kapellen Ihr Kunigl. Wrd. entgegen gangen und allda gewartet, etzliche alte und eingefasste Reliquien zue tragen zuegestellet.

Allda in St. Waclawkapellen hat der Herr Bischof zu Breslau und dann der Bischof zur Neustadt aus Österreich Ihr Kunigl. Wrd. in die Mitten genommen und mit blossem Haupt zu dem hohen Altar beleitet, und dieweil derzeit das Bisthumb Olmütz vaciert, ist der Bischof zu Breslau auf der rechten Seiten gangen, auch sonsten im ganzen Akt das verrichtet, so sonsten dem Bischof zu Olmütz gebühret; der Bischof von der Neustadt aber auf der linken Seiten.

Am Herausgehen aus St. Wenzelskapellen ist man unter der Thür ein wenig still gestanden und der Herr Erzbischof zue Prag, welcher als Consecrator mit seinen geimfulierten Prälaten zugegen gewesen, über Ihr Kunigl. Wrd. nachfolgende Oration gethan: Omnipotens sempiterne Deus, qui famulum tuum Rudolphum.

Alsdann ist der Herr Erzbischof mit seinen Prälaten und dem Clero fort zum hohen Altar gangen, sich allda in sein Faldistorium gesetzt und der Kunigl. Wrd. erwartet.

Da ihme nun die Kunigl. Wrd. mit sonderer Solennität gegen dem hohen Altar nachgefolget ist, darunder durch die Kapellen und Kapellan das Responsorium gesungen worden: Ecce mitto angelum meum, qui praecedat te, wie dann der Herr Erzbischof in dem und andern dem kaiserlichen Kapellmeister zuvor, alle Nachrichtung und Bericht geben hat.

Under dessen haben die Trommeter aufgeblasen und als Ihr Kunigl. Wrd. auf den Chor des hohen Altars kommen, hat der Erzbischof nachfolgende zwo Collecten gesprochen: Deus qui scis genus humanum nulla virtute posse subsistere ac. Omnipotens sempiterne Deus coelestium terrestriumque moderator.

Die Fürsten aus der Schlesien aber, desgleichen die andere fürnehmbste Räth und Officierer seind bei und hinter Ihr Kunigl. Wrd. Stuel, jeder nach Gelegenheit seines Stands, gestanden.

Nach solchem haben obgemelte zwei Bischofe Ihr Kunigl. Wrd. zum Altar geführt und ihne der Bischof zu Breslau, welches sonsten dem Bischof zu Olmütz [Ve zprávì položeno jest chybnì "Vratislav". Ceremonijní plán pro korunovací udává zprávnì "Olomouc".] gebühret, mit diesen Worten dem Herrn Erzbischof praesentirt: Reverende pater, postulat sancta mater ecclesia, ut hunc praesentem egregium militem ad dignitatem regiam sublevetis. Darauf der Herr Erzbischof gesagt: Scitis illum esse dignum et utilem ad hanc dignitatem? Darauf beide Bischof geantwortet: Et novimus et credimus eum esse dignum et utilem ecclesiae Dei et ad regimen hujus regni. Darauf der Herr Erzbischof "Deo gratias" gesagt.

Nach solchem ist die Kron, Scepter, Apfel und Schwert auf den Altar gelegt worden, und Ihr Kunigl. Wrd. auf ihr zum Gebet zugerichtetes Bänkel vor dem Altar, desgleichen der Herr Erzbischof auf sein Faldistorium vor dem Altar in der Mitten und sonst jederman niedergekniet und von den Cantoribus die Letania gesungen, doch nit ganz, sondern da man kommen "Ut obsequium servitutis nostrae tibi rationabile facias, R.: Te rogamus audi nos, hat der Chor still gehalten und der Herr Erzbischof Ihr Kunigl. Wrd. dreimal mit diesen Worten benedicirt: Ut famulum tuum Rudolphum in regem eligere digneris;. zum ander n: Ut eum benedicere et sublimare digneris; zum dnttenmal: Ut eum ad imperü fastigium perducere digneris; der Chor geantwortet: Te rogamus audi nos.

Nach beschlossener Litania ist Ihr Kunigl. Wrd. aufgestanden und haben die zween Bischof sambt den Landofficierern Ihr Kunigl. Wrd. zuruck in ihren Stuel, welcher so nahend bei dem Altar gewesen, dass Ihr Kunigl. Wrd. den Herrn Erzbischof reden hören, geführt, allda sie niederkniet und von dem Herrn Erzbischof dreimal angeredet und befraget worden, erstlich: Vis fidem sanctam a catholicis viris tibi traditam tenere et operibus justis observare? darauf Ihr Kunigl. Wrd. geantwortet: Volo. Zum andern: Vis regnum tibi a Deo concessum secundum justitiam patrum tuorum regere et defendere? [Vedle ceremonijního plánu pro korunovací Rudolfovu chovaného v archivu Tøeboòském, s kterýmž tato zpráva skoro doslovnì se srovnává, mìla býti otázka tato již na místì tøetím. Otázka druhá, již arcibiskup králi pøedložiti mìl a kterហtaké pøi korunovací Ferdinanda I. a Maximiliana II. uèinìna byla, znìla: "Vis sanctis ecclesiis earumque ministris tutor et defensor esse?" Zpráva nahoøe otištìná praví sice, že arcibiskup krále tøikráte oslovil, tudíž zdáti by se mohlo, že jmenovaná otázka ve zprávì té jen nedopatøením vynechána byla: uvážíme-li však, že pøi pozdìjších korunovacích až na naši dobu otázka taková èinìna nebyla, pøihlédneme-li dále k tomu, jak tollerantním byl císaø Maximilian i k vyznání strany pod obojí, kteréž byl na snìmu právì odbývaném svobodné náboženství ústnì potvrdil a slibem takovým i dìdice své zavázal, domnívati se mùžeme, že otázka druhá, kterហzaruèovala ochranu jenom církvi katolické i její knìžím, pøi korunovací Maximilianova syna Rudolfa schválnì byla vynechána, a ponìvadž následující korunovace kopírována byla vždycky vìrnì vedle pøedešlé, tudíž ani pøi pozdìjších slibech korunovaèních závaznou otázku takovou nenacházíme.] darauf Ihr Kunigl. Würden: Volo et in quantum divino fultus adjutorio ac solatio omnium suorum valuero, ita me per omnia facturum promitto. - Nach solchem der Herr Erzbischof das Ambt der heiligen Mess solenniter angefangen und darin bis auf das Alleluja procedirt.

Mittlerweil sein Ihr Kunigl. Wrd. in ihren Stuel und die zween Bischof neben Ihr Kunigl. Wrd. auf beiden Seiten stehen blieben. Da man nun im Ambt auf das Alleluja gelangt, ist die Orgel und Kapelle still gewesen und Ihr Kunigl. Wrd. durch den Herrn Bischof wieder zu dem Altar gefüehrt worden, alle niederkniet und der Erzbischof das Evangelübuch vor der Kunigl. Wrd. offen gehalten und Ihr Kunigl. Wrd. von dem obristen Burggrafen das Jurament in beheimbischer Sprach vorgesprochen worden, dessen Inhalt des Kunigreichs Beheimb Landsordnung nach auf deutsch also lautet: Wir schwören zue Gott, der Maria Mutter Gottes und allen Heiligen auf diesem heiligen Evangelio, dass wir die Herren, Ritterschaft, Adel, Prager auch andere Städte und die ganze Gemein des Kunigreichs Beheimb wöllen und sollen bei ihren Ordnungen, Rechten, Privilegien, Aufsatzungen, Freiheiten und Grerechtigkeiten, auch alten gueten Gewohnheiten erhalten und von diesem Kunigreich Beheimb nichts entfrembden oder versetzen, sondern dasselbig vielmehr nach unserm Vermögen erweitern und mehren und alles das thuen, was zu Nutz und Ehr dieses Kunigreichs Beheimb ist. Als wahr uns Gott helf und alle Heiligen."

Und da man dahin kommen, dass Ihr Kunigl. Wrd. sprechen sollen "Als uns Gott helf", so haben Ihre Kunigl. Wrd. beide Hände aufs Evangelübuch gelegt und der Erzbischof geantwortet: Deo gratias. Und folgends alsbald über den knienden Kunig diese zwo Orationes aus dem Pontifical gesprochen:

Oratio I. Benedic Domine hunc regem nostrum Rudolphum.

Oratio II. Omnipotens aeterne Deus creator omnium, imperator angelorum.

Und beide Bischofen haben auch diese Oration gesprochen: Deus inenarrabilis author mundi, conditor generis humani.

Nach Vollendung dieser Gebet ist der Kunigl. Wrd. der Ärmel an der rechten Hand durch den obristen Landkammerern, dem der Kammermeister des Königreichs und Ihr Kunigl. Wrd. obrister Kammerer oder des Ambts Verwalter geholfen, bis auf bloss aufgethan und Ihr Kunigl. Wrd. an derselben rechten Hand von der Junctur der Faust bis zum Elnbogen in Formb des heiligen Kreuz durch den Herrn Erzbischof mit diesen Worten und Oration gesalbet worden: Ungatur manus ista de oleo sanctificato.

Oratio. Aspice omnipotens Deus hunc gloriosum regem.

Folgends ist Ihr Kunigl. Wrd. an der Brust und zwischen den Schultern mit diesen schönen Gebeten aus dem Pontifical gesalbt worden: Ungo te in regem de oleo sanctificato.

Oratio. Spiritus sancti gratia humilitatis nostrae officio in te copiose descendat.

Oratio II. Deus qui es justorum gloria.

Oratio III. Deus Dei filius Jesus Christus Dominus noster.

Und hernach hat der Landmarschalk das Schwert in der Scheiden dem Herrn Erzbischof gegeben, der es benedicirt mit diesen Worten: Exaudi quaesumus Domine preces nostras, ut hunc ensem.

Nachdem hat der Herr Erzbischof das Schwert der Kunigl. Wrd. in die Hand gegeben und folgends derselben umbgürt und gesprochen: Accipe gladium per manus episcoporum.

Es hat der Erzbischof ein gulden Ring auf dem Altar gehabt, denselben mit diesen Worten benedicirt: Benedic Domine et sanctifica annulum istum ... quae in scripturis sanctis reperiuntur, copiose defendant. Per Christum. Und nachfolgend hat [er] Ihr Kunigl. Wrd. den Ring an die rechte Hand angesteckt also sprechend: Accipe dignitatis aunulum et per hunc in te catholicae fidei cognosce signaculum, quia ut hodie ordinaris caput et princeps regni et populi, ita perseverabis auctor et stabilitor christianitatis et christianae fidei, ut felix in omni opere, locuples in fide cum rege regum glorieris per eum, cujus est honor et gloria in saecula saeculorum. Amen.

Desgleichen haben die Herren, so hievor die Kleinoter getragen, erstlich der eine den Scepter, der andere den Apfel genommen und dem Herrn Erzbischof geben, der sie Ihr Kunigl. Wrd. nach vorgehender Benediction das Scepter in die rechte, den Apfel in die linke Hand gereichet und in Uberantwortung des Scepters diese Wort gesprochen: Accipe virgam virtutis et aequitatis, qua intelligas mulcere pios et terrere reprobos, errantibus viam pandere.

Da Ihre Kunigl. Wrd. das Schwert an der Seiten, den Scepter und Apfel in beeden Händen gehabt, hat der obrist Burggraf zu den Ständen des Künigreichs und dem allda umbstehenden und versambleten Volk also fragend geredt: Wollt ihr euch diesem Fürsten als eurem Künig underwerfen, sein Reich helfen bekräftigen, ihm getreu und gewdrtig sein, und ist es euer Will, dass Ihre Künigl. Mt. gekrönt werden sollen? Darauf sie alle ingemein in beheimischer Sprache geschrien: "Ja es ist; es ist." Also hat er zum andernmal und drittemal gefragt und ihme allwegen der vorigen Ständ gleichmässig mit "ja" geantwortet, darauf der Erzbischof die Kron in seine Hand genommen, sie benedicirt mit diesen Worten: Deus tuorum corona fidelium.

Alsdann der Erzbischof die Kron sambt den beiden Bischofen, auch dem obristen Burggrafen der Kunigl. Wrd. aufgesetzt und gesprochen: Accipe coronam regni.

Als solches beschehen und Ihr Kunigl. Wrd. ein wenig vor dem Altar still gestanden, haben die zween Bischöfe Ihr Kunigl. Wrd. in das bedeckt und vermachte Ort, so bei dem Altar mit köstlicher Tapezerei und guldenen Stuck zuegericht gewesen, geführet und ihr allda der Bischof von Breslau, weil jetzund kein Bischof in Olmütz ist, die Unction sacri olei abstergirt und sein Ihr Kunigl. Wrd. daselbst am rechten Armb, desgleichen vornen an der Brust wieder zugethan und bekleidet, das Schwert in der Scheiden dem obristen Landmarschalk gegeben und ihr am Herausgehen wieder vorgetragen worden, und ist also Ihr Kunigl. Wrd. im ganzen kuniglichen Habit wieder von dannen in ihren Stuel geführet und allda von dem Herrn Erzbischof mit diesen Worten intronisirt worden: Sta et retine amodo locum, quem hucusque paterna successione tenuisti haereditario jure.

Bald darauf ist der obriste Burggraf zu ihr Kunigl. Wrd. gangen, dieselbige gebührliche Reverenz gethan und zwei Finger auf die Kron gelegt, auch die Ständ vermahnet, sich zur Kron zu bekennen. Darauf erstlich die Landofficierer nach einander gangen, die Knie gebogen und jeder zwei Finger auf die Kron gelegt, denen etzliche Personen von Herren und Ritterstand auch also nachgefolget.

Alsdann hat der Herr Erzbischof das Te Deum laudamus angefangen, welches der Chor, die Orgel und Trommeter je ein Gesatz umb das ander ausgemacht. Darnach hat man in der Mess bis auf das Offertorium procedirt. Sobald nach gesungenen Evangelium hat der Bischof zu Olmütz (sic) [Má býti: der Bischof zu Breslau.] Ihr Kunigl. Wrd. das Evangelium zu küssen gereicht und darauf der Landmarschalk Ihr Kunigl. Wrd. das blosse St. Wenceslausschweu aus der Scheiden, das sonsten nicht entblösst worden, gereicht. Damit haben Ihr Kunigl. Wrd. 4 Herren zu Rittern geschlagen.

Da solches auch verricht, haben beede Bischof Ihr. Kunigl. Wrd. zum hohen Altar geführt, allda Ihre Kunigl. Wrd. erstlich das Pacem osculirt und darnach dem Herrn Erzbischof obgemelte silbern und guldene Brot und die zwei Fässl Wein offerirt, unter welcher Opferung obgemelte Herren die Kron und andere künigliche Kleinoter vorgetragen. Alsdann sein Ihr Kunigl. Wrd. wieder in ihren Stand und Session gangen, daselbst niederkniet, bis man ungefährlich das Agnus Dei gesungen, da hat der Bischof zue Neustadt anstatt des Bischofs zu Breslau Ihrer Kunigl. Wrd. das Pacem zu küssen gereicht, es haben auch Thre Kunigl. Wrd. die Kronunter der Wandlung abgethan und für sich auf den Stuel gelegt.

Als nun der Erzbischof communicirt, sein Ihr Kunigl. Wrd. von den zweien Bischöfen zum Altar geführt, allda durch den Herrn von Rosenberg und obristen Landhofmeister das Seidentuch vor Ihr Kunigl. Wrd gehalten und dieselb communicirt worden.

Darauf und zum Beschluss, ehe die Mess aus gewesen, der Erzbischof über die Kunigl. Wrd. diese letzte benedictiones gesprochen: Omnipotens Deus, qui te populi sui rectorem voluit esse.

Da nun das Ambt der heiligen Mess vollendet, sein Ihr Kunigl. Wrd. mit und neben Ihrer Kais. Mt. auf der linken Seiten in dem kuniglichen Habitu und gekrönt, auch mit aller anderer darzue gehöngen und gebührenden Solennität, allda dann Ihr Kunigl. Wrd. das Scepter und Apfel selbsten getragen, aus der Thumkirchen nach der Gassen stracks auf den grossen Saal in die Landstuebon, darunter man dann mit trefflichen grossen Schall aufgeblasen und das grosse Geschützabgehen auch alle Glocken läuten lassen, und in ein Kammer darneben, allda sie sich ausgezogen, gangen und allda gewartet, bis die Speis äufgetragen worden. Die zwene Bischof aber sein in der Kirchen blieben. Die Röm. Kais. Mt. haben sich in ihr Zimmer tragen und gleichesfalls den kaiserlichen Habit abthuen lassen. Alsdann Ihr Kais. Mt. sambt der römischen Kaiserin und den dreien fürstlichen Dten. zum Essen in die bemelt Landstueben kommen und seind erstlich die Röm. Kais. Mt. und die Kaiserin, folgends die Kunigl. Wrd., nach der Erzherzog Ernst, Mathias und Maximilian und gegenüber der Pabstl. Heiligkeit, die spanisch und venedische Botschaft gesessen.

Zu der Kunigl. Würden Tafel haben gedienet: Herr Berchtold von der Leip, Landmarschalk mit dem Stab; Mundschenk, Fürschneider, Truchsassen:

Herr Wenzel von Hasenburg, Meister des Priorats Johannes- Ordens in Beheimb, Herr Niklas von Hasenburg, Herr Georg von Hasenburg, Herr Johann von Wallenstein, Georg Graf von Guttenstein, Heinrich Graf von Guttenstein, Graf Heinrich Schlick, Herr Heinrich Kurzbach, Herr Ladislaw. von Lobkowic, Herr Georg von Lobkowic, Herr Niklas von Lobkowic, Herr Karl von Biberstein, Herr Johann von Kolowrat, Herr von Dohna, Herr Wenzel von Øièan, Herr N. von Øièan, Herr Adam von Lobkowic.

Es seind auch in derselben Landstueben altem Gebrauch nach, so bei den alten Krönungen auch gehalten worden, noch eilf Tafel zugerichtet, darinnen ein jeder Landofficierer eine innengehabt und, wer ihme gefällt, darzu zu Gast geladen. Solche Tafeln seind aber durch ihr der Landofficierer selbst eigene Leut bedienet worden.

Folgen der Landofficier Tafeln: Der Herr Obristburggraf, Herr Wilhelm von Rosenberg, mit denen, so er zu sich an dieselb Tafel genomben.

Die ander Tafel: Der Obristlandhofmeistey Herr Bohuslaw von Lobkowic, auch mit denen, so er zu sich genomben.

Die dritte Tafel: Der Obristlandkammerer, Herr Johann von Wallenstein, auch mit denen, so er zu sich genomben.

Die vierte Tafel: Der Herr Obristlandrichter, Herr Bohuslaw Felix von Hassenstein, sambt denen, so er zu sich genomben.

Die fünfte Tafel: Der Obristkanzler, Herr Wratislaw von Pernstein, auch mit denen, so er zu sich genomben.

Die sechste Tafel: Der obriste Hofrichter, Herr Adam von Schwamberg, auch mit denen, so er zu sich genomben.

Die siebente Tafel: Herr Burggraf zum Karlstein, Herr Johann Smeèanský, mit denen, so er zu sich genomben.

Die achte Tafel: Der obriste Landschreiber mit denen, so er zu sich gerufen.

Die neunte Tafel: Der Unterkammerer in Beheimb, Herr Johann Burian Trèka, mit denen, so er zu sich genomben.

Die zehnte Tafel: Herr Burggraf von Karlstein, des Ritterstands, mit denen, se er zu sich berufen.

Die eilfte Tafel: Der Burggraf im Gräzer Kreis mit denen, so er zu sich genommen.

Und dieweil die Zeit des angestellten Aufbruchs so kurz gewest, so seind alle Turnier, Lanz- und Ritterspiel, desgleichen mehrer Mahlzeiten nothwendiglich eingestellt und allein solchen kuniglichen Krönungstag zu Abends alles gross und kleine Geschütz abgeschossen und also dieser kunigliche Akt im Namen des Allmächtigen beschlossen worden. Der verleihe Ihr Kunigl. Würden sein göttliche Gnade und Segen, in solchem kuniglichen Beruf und Ambt gottseliglich, glucklich und langwierig zu regieren, alles dem Allmächtigen zu Lob und Trost der Christenheit. Amen.




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