237. Hrabě Šebestian Šlick žádá nejvyšší úředníky zemské a místodržící v království Českém, aby slíbené peníze na zaplacení pluku jezdců z Čech, jemu jako nejvyššímu svěřených, neodkladně zaslali, poněvadž vojsko pro nedostatek peněz hladem a nemocemi zmírá; i oznamuje, že by, nestane-li se náprava, s lidem svým déle sloužiti nemohl.

V LEŽENÍ PŘED OSTŘIHOMEM. 1594, 2. června. — Orig. v místodrž. archivu král. Česk. Militare, 1566—1602.

Wohlgeborene, edle, gestrenge und ehrenfeste Herren obriste Landofficier, insonders liebe Herren Schwäger und gute Freunde! E. G. und G. seind mein ganzwillige Dienste jederzeit zuvoran bereit. Und habe deroselbten an mich gethanes Schreiben am heiligen Pfingsttag [29. Mai] früh zu meinen Händen empfangen, dessen Inhalt vernommen, dass nämlich E. G. und G. unsere Noth und Mangel mit Ueberschickung unserer Bezahlung einmal, nach oft und vielfältigem, doch vergeblichen unverhofftem Anhalten, lindern wollen, dann ich in Warheit dieselbe berichten kann, dass der Geldmangel ein Ursach ist vieler guter ehrlicher Leut und Knechte tödtlicher Krankheit und Untergangs, derowegen wir schierst ankommendes Geldes als unserer ordentlichen und gebührlichen Bezahlung augenblicklich mit sehnlichem Verlangen warten thun. Soll doch E. G. und G. daneben dienstlich nit bergen, dass der Herr Niclas Palfi Freiherr, welchen E. G. und G. umb ein Darlehen unsertwegen angelangt, wegen dass er hievor nit allein uns, sondern auch anderm deutschen Kriegsvolk zu Ross und Fuss mit stattlichen Darlehen zu Hilf kommen und sich willig finden lassen, sich dieser Zeit so gar Geldes entblösst, also dass er uns uf E. G. und G. bittlich Suchen, wie gern ers auch thun wollte, mehr nit, denn mit 500 fl. rheinisch hilflich, erscheinen kann. Derowegen mein und meiner ganzen Gesellschaft flehenlichs Bitten, man mit dem Gelde nit säumen, sondern schleunigist, so immer möglich, eilen wolle, do man anders nit will, dass wir sambt den Unserigen Hungers halben verschmachten sollen. Denn wir uns länger nit zu enthalten wissen, weil sogar im Läger kein Geld vorhanden, und wir uns nunmehr anderweit keiner Hilf zu getrösten. Denn gewiss und wahr, dass auch viel unter uns von Grafen und Herren ihrem Gesind von dato in 8 Tagen auch länger kein Bissen Brod, vie weniger etwas anders zu kaufen vermocht und noch, welchs denn grosser schwerer Krankheit die wichtigste Ursach.

Neben dem soll ich E. G. und G. auch unvermelt nit lassen, dass weil Ihr. Fürstl. G. Herzog Franz von Sachsen von der Röm. Kais. Mi, unserm allergnädigsten Herrn, mit höherer Besoldung im Feld neben uns unterhalten werden und aber mehrers als wir in diesem Zug zu thun nie vermögen, ich und meine untergebenen und befohlenen Mitreiter, wie denn hievor vielfaltig von uns hierumb angehalten worden, endlich dahin entschlossen und uns dahin erklärt haben wollen, dofern man uns hinfüro neben andern in gleicher Bestallung zu halten nit bedacht, wir auch geringschätziger weder andere gehalten und unsere Bezahlung uns nicht richtiger, als bishero heschehen, geliefert werden sollte, dass wir solchergestalt länger nit dienen können, sondern mit Gnaden abgedankt sein wollen, damit wir nit (wie oftermals beklagt) der ganzen Landschaft zum Spott und uns zu merklichem Schaden dienen müssten; doch nit der Meinung, dass ich für mein Person aus dem Feld zu ziehen gedächte, sondern umb erstgedachter wichtiger Ursachen willen. Versehen sich also sämmtlich und zweifeln nit, E. G. und G. in einem und anderm, was billich, verfügen werden. Solchs E. G. und G. ich freundlichen nit verhalten sollen und bin deroselben sambt und sonders für mein Person freundlich zu dienen jederzeit bereit. Uns sämmtlich göttlichen Gnaden befohlen. Geben im Feldlager vor Gran den 2. Junii zur Nacht.

E. G. und Gestreng dienstwilliger Schwager und guter Freund Röm. Kais. Mt. Rath und bestellter Obrister

Sebastian Schlick, Graf.




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